Freitag, 13. Januar 2012

Abreise aus Bali, und Vorbestimmung oder Zufall


Nyoman holt mich pünktlich ab, um mich zum Flughafen zu bringen. Wir unterhalten uns über dies und jenes, seine Geldprobleme und meine Projektpläne. Die Grundstücke in seinem Heimatort bei Tirtagangga, oben am Berg gelegen, seien noch sehr preiswert. Wenn er Geld hätte, dann würde er alles aufkaufen, denn die Grundstückspreise würden immer nur steigen. Mal langsam, mal sehr schnell. Dort oben wahrscheinlich schnell, denn der Blick über die Küste um Ahmed sei atemberaubend. Ich müsse mir das unbedingt mal ansehen. Er würde gerne auch etwas von der Welt sehen. Den Traum eines Tages wahr werden zu lassen, habe er noch nicht aufgegeben. Die Realität sieht für ihn aber eher nicht danach aus. Er hat Familie, und im Augenblick kommt so wenig herein, dass er mir schon sein Moped verkaufen wollte. Sein Tagesbedarf für die Familie liegt bei 100.000 RPS, das sind ca. 8,- EUR. Wenn sein Verpächter die Pacht erhöht, kann er nicht mehr zahlen.
Endlosschlange beim Air Asia Check In. Nach einer Stunde und zehn Minuten gebe ich endlich meinen 12 kg Rucksack ab. Dann, die Welt ist voller Wunder, wird etwas im Grunde höchst Unwahrscheinliches zur Realität. Ich höre eine deutsche Stimme telefonieren während ich die Weltzeituhr im Flughafen Denpasar betrachte. Die Stimme kenne ich. Ich drehe mich um, und sehe einen Bekannten aus Bremen, den ich vor etwa 2 ½ Monaten in Bangkok gezielt getroffen hatte, um ihm Zigarren zu übergeben, die ich für ihn im Duty Free in Dubai gekauft hatte. Als Langzeiturlauber und Zigarrenraucher reicht für ihn die Freimenge an Zigarren nicht aus. Und nun treffe ich ihn im Flughafen Ngurah Rai in Denpasar und er hat auch noch den gleichen Flug nach Kuala Lumpur gebucht. Alles sei vorbestimmt. Es gäbe kein Schicksal, meint er. Das habe er von seiner spirituell interessierten Frau gelernt und sei inzwischen selbst davon überzeugt. Seltsam ist das schon. Denn als dieser Mann mich vor ca. 1 ½ Jahren im Zug von Bremen nach Hamburg mit der Frage ansprach, wohin ich denn reisen würde, es sähe auf jeden Fall weit aus, da habe ich geantwortet: Nach Koh Chang in Thailand. Und hinzugefügt, dass es sich um die kleine Insel Chang in der Andamanensee bei Ranong handelt, südlich der burmesischen Grenze. Auch da hatten wir schon den großen Zufall erfahren, bzw. das vom "Über-Eins" Vorbestimmte, denn er war auf dem Weg zur Thailändischen Botschaft in Hamburg um sich ein Visum zu besorgen. Ziel: Koh Phayam. Und diese kleine Insel ist die nächste in der Kette und liegt nur wenige Kilometer von Koh Chang /Ranong entfernt. Nun das Zusammentreffen in Denpasar. Man muss ja fast an Vorbestimmung glauben, denn  wenn man allein die Faktoren der fortschreitenden Zeit und der Anzahl an möglichen Orten miteinander multipliziert, dann erhält man eine astronomische Zahl, die kaum noch darstellbar ist. Nimmt man dann auch noch einen einzigen von 7 Milliarden Menschen heraus, dann erscheint es mehr als unmöglich jemanden den man kennt auf dieser Welt rein zufällig zu treffen. 

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